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Hornissenschutz
in der Schweiz
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Das Leben der Hornissen Juli bis August
Die Geschlechtstiere schlüpfen und fliegen zur Hochzeit
Mitte September erreicht auch der Staat seinen Höhepunkt mit nahezu 300 bis 600 Tieren.
Gerade hat eine junge Königin den Seidendeckel ihrer Zelle durchbissen und kriecht blass gefärbt aus derselben heraus. Zum ersten Mal erfährt sie die Nestatmosphäre als Vollinsekt. Ihr Leben begann vor rund einem Monat, als die Königinmutter ihr Ei in die Zelle legte und die Arbeiterinnen die geschlüpfte Larve mit Nahrung und einem speziellen Königinnenbrei fütterten. Nun ist sie frei und wird mit Nahrung verwöhnt und gefüttert. Sie muss nichts dazu beitragen, denn das Futter wird in mundgerechten Portionen seviert. Zusammen mit den anderen Jungköniginnen und den Drohnen geniesst sie diesen Service.
In den Abendstunden kann um diese Jahreszeit ein weiteres Phänomen beobachtet werden; die sogenannte "Hofbildung". Dabei umringen die Arbeiterinnen die Königinmutter und verwöhnen sie mit reichlich eiweisshaltigen Futtergaben. Diese regen die Eierstöcke an und die Königin wird animiert noch mehr Eier zu legen. Doch hält dieser Zustand nicht ewig an, denn kaum sind die ersten Geschlechtstiere geschlüpft verlieren die Arbeiterinnen das Interesse
an ihrer geschwächten und erschöpften Königinmutter. Noch immer angehalten Eier zu legen, doch sind die Eivorräte in den Eierstöcken erschöpf, verkriecht sie sich in der Nesthülle und/ oder verlässt das Nest, nachdem sie auch nicht mehr gefüttert wird. Nun ist die Zeit der Königinmutter abgelaufen und sie stirb.
Bild rechts: Altkönigin, gezeichnet durch stumpfe Flügelenden und keine Härchen am Körper (rechts von 2002),
links die Altkönigin aus dem Hornissennest18 2003 nachdem sie aus dem Kasten gefallen ist, auf meiner Hand.
Die verbleibenden Arbeiterinnen füttern vorwiegend nur noch die geschlüpften Geschlechtstiere und vernachlässigen somit auch die restliche Brut. Die Larven beginnen krank zu werden, sterben und drohen das Nest zu verunreinigen. Da das Nest peinlich genau sauber gehalten wird, werden die Larven aus dem Nest getragen und fortgeflogen. Zumal muss die eine oder andere Larve auch als Nahrung für die Geschlechtstiere hinhalten!
Mitte Oktober fliegen die jungen Königinnen und Drohnen gut befuttert ohne Wiederkehr aus dem Nest. Während dieser Zeit kommt es schon mal vor, dass ein einzelner Drohn ein fremdes Nest anfliegt um sich eine Königin zu schnappen. Meist werden diese Eroberungen jedoch von den Wächterinnen vereitelt und nicht selten bezahlt der Drohn mit seinem Leben.
Die jungen Königinnen und Drohnen ihrerseits versammeln sich an schönen Herbsttagen zu dutzenden aus den benachbarten Völkern in einem nahegelegenen z. B. Obstbaum, um da auf Brautschau zu gehen. Findet ein Drohn eine Königin so kommt es zur Kopulation und somit zum sogenannten Hochzeitsflug, wie er von zahlreichen anderen Insekten bekannt ist. Die junge Königin wird ihrerseits nicht nur von einem Drohn begattet, sondern von mehreren.
Der Drohn hat nun seine Aufgabe erfüllt. Er hat seine Gene an eine nächste Generation weitergegeben und wird mit der kommenden Kälte bald sterben.
Mittlerweile sind die Tage kühler und kürzer geworden und wir schliessen die Schleife der jungen Königinnen und der Drohnen dieser Seite. Währenddes füttern die Arbeiterinnen die verbleibenden Geschlechtstiere und Larven verzweifelt weiter. Doch es ist ein aussichtsloser Kampf. Die Kälte rafft nach und nach die Nahrungsquellen der Hornissen dahin und sie selbst werden durch die Kälte immer steifer und unbeweglicher. Jede Anstregnung wird zur Tortour. Hilflos sind sie nun Angriffen von Insektenfressern, wie Vögeln und Spitzmäusen ausgeliefert. Diese verschaffen sich durch die Nesthülle Zugang zu den Hornissen und deren Brut.
- 12.05.2009 aktualisiert -
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