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Hornissenschutz
in der Schweiz
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Das Hornissennest
Gewinnung des Baumaterials: Die Königin und später die Arbeiterinnen raspeln die Späne an totem Holz, wie Ästen oder Baumstämmen ab. Mit ihren starken Kiefern gewinnen sie so die nötige Zellulose, welche mit Speichel vermischt zu einem etwa zwei bis drei Millimeter grossen Bällchen geformt wird.
Verarbeitung des Baumaterials: Das so gewonnene Bällchen wird ins Nest getragen und nochmals kräftig durchgemischt. An einer begonnenen oder neuen Stelle im Nest wird das Bällchen an der Nesthülle oder einer Zellwand verbaut. Hierzu hält die Arbeiterin das Bällchen mit dem vorderen Beinpaar fest. Mit den Fühlern tastend und prüfend, kontrolliert die Arbeiterin die Dicke der Lamelle und gleicht sie wenn nötig an. Sie fügt nun hauch dünn Schicht für Schicht auf bestehenden Teil an, bis das Bällchen zu Ende ist.
So entstehen in der Nesthülle typische sichelförmige Lamellen und Streifen in den Zellwänden. Diese Lamellen haben je nach verwendeter Holzart eine unterschiedliche Färbung, welche von fast weiss, über braun bis hin zu dunkelbraun und beinahe schwarz variieren kann.
Die ersten Zellen: Sie werden wie wir bereits wissen durch die Königin modelliert. Die Zellen zeigen mit ihrer Öffnung immer lotrecht gegen den Boden. Im Bild rechts ist dies schön zu erkennen, da der Vogelkasten schräg am Baum befestigt war.
Die Wabenstockwerke: Die einzelnen Stockwerke werden durch Stiele verschiedener Stärken untereinander errichtet. Zentrisch von der Erstlingswabe aus verläuft ein kräftiger Stiel von Stockwerk zu Stockwerk, als wäre er als erster errichtet worden. Im Bild rechts gut sichtbar in der rechten Bildhälfte! Um diesen Stiel werden weitere modellier je weiter sich das Stockwerk zur Seite hin ausdehnt. Den ersten Stiel, welchen die Königin für die Erstlingswaben modelliert hat, wird fortwährend verstärkt, denn an ihm hängt oder fällt das Nest. Diese Verbindung kann derart gut halten, dass zur Bergung eines Nestes sogar eine Säge beigezogen werden muss, um den Stiel vom Holzbalken zu lösen. Das Nest soll ja nicht zerstört werden!
Im Nest entstehen vier bis neun Wabenstockwerke oder auch mehr in einem Staatenjahr. Je nach Witterung und Lage des von der Königin ausgesuchten Nistplatzes variiert auch die grösse des Nestes, welche auch stark mit dem Baubeginn zusammenhängt.
Kleinzellen: Die Königin beginnt mit dem Bau kleiner Zellen. Diese sind für die Arbeiterinnen bestimmt und können im Verlauf der Nestbildung zwei oder gar drei Mal belegt werden. Die grösse der Arbeiterinnen variiert von Gelege zu Gelege, stärke der Königin, Futterangebot und verschiedener Einflüsse mehr.
Grosszellen: Sie werden im Spätsommer und Herbst angelegt und sollen Drohnen und Königinnen dienen. Jene der Königin unterscheidet sich in der Länge von jener des Drohns.
Nesthülle: Die Königin bildet um ihre ersten Waben eine einfache schützende Hülle, meist einlagig. Mit den ersten Arbeiterinnen entwickelt sich das Nest weiter und somit auch die Nesthülle. Sie wird in zahlreichen Lufttaschen um die entstehenden Wabenstockwerke geformt. Meist im August werden Teile der Hülle zerstört (siehe Umsiedlung HR1 2000) um die Stockwerke der Kleinzellen seitlich zu erweitern. Die Hülle wird in wenigen Tagen wieder vervollständigt und geschlossen! Die Lufttaschen unterscheiden sich ebenso von Nest zu Nest. Hierzu ist mir aufgefallen, dass Nester im Freien oder in zugigen offenen Räumen kleinere Taschen erhalten, als ihre Kollegen in geschlossenen Räumen oder Höhlungen (z. B. Hornissenkasten).
Bevorzugte Nistplätze:
- Natürliche Baumhöhlen,
- Asthöhlungen,
- Vogelnistkästen aller Arten,
- Tierunterstände,
im Wohnbereich
- unter Dächern,
- Gartenhäuschen,
- Bienenkörben,
- Regenunterständen (z. B. Golfplatz),
- Rollladenkästen,
seltener
- im Boden,
- Mauernischen.
Überall dort, wo ein entsprechendes Mikroklima herrscht.
Standortmerkmale: Eine Specht-, Baum- oder Asthöhle wird meisten voll ausgefüllt. Eine geschlossene Nesthülle fehlt in solchen Fällen. Auch in Vogelnistkästen kleinerer Bauart (Meisen-, Klaiberkasten, etc.) füllen die Wabenbauten den gesamten Hohlraum aus. Ist dieser nun zu klein für das Volk geworden, bauen die Hornissen weitere Stockwerke am Boden des Kastens an und umschliessen diese mit einer Nesthülle (siehe Bild links). Da bei einer natürlichen Höhlung dieses Ausweichmanöver nicht möglich ist, schauen sich die Hornissen nach einer neuen Räumlichkeit um. Dort beginnen sie ein neues Nest zu bauen oder anders ausgedrückt; sie fahren dort weiter, wo sie im alten Bau an die Grenzen gestossen sind.
So bleibt der genügend grosse oder grössere Raum/ Höhlung übrig. In diesen wird das Nest, dort wo es nicht an einer Wand anliegt, immer mit einer Hülle umschlossen, um die Temperatur und die klimatischen Eigenheiten des Nestes aufrecht zu erhalten.
Volkstärken: Das Volk eines Nestes kann zwischen 300 bis 800 Individuen umfassen und von Mai bis Oktober - im Verlauf der Staatenbildung - über tausend Tiere hervorbringen.
Der empfindliche Nestbereich: Hornissen sind sehr friedlich, aufmerksam und wachsam gegenüber allem was sich im Nestbereich abspielt. Verhält man sich ruhig und atmet nicht direkt ins Nest hinein, kann man sich sogar näher als 30 cm ans Nest heranwagen. Verspüren die Hornissen hingegen Erschütterungen werden Kundschafter (Wächter) ausgesandt, welche den Eindringling vorerst ermahnen sich zurückzuziehen. Hilft dies nicht, wird eine Alarmierung der Staffel unumgänglich und diese verteidigt, wenn nötig, stechend, das Nest. Ihren Stachel setzten die Hornissen hingegen nur geziehlt und äusserst selten ein. Ist der Brugfriede arg gestört oder sie sich an Laib und Leben bedroht fühlen, wird gestochen und geflohen! Doch wird die Flucht meist vorgezogen.
Hornissen sind um ein vielfaches friedlicher, als fast jede Wespenart und manche Biene!
- 12.05.2009 aktualisiert -
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